Von Gott verführt (Jer 20,7; Mt 16,21-27)
„Du, Herr, hast mich verführt und ich habe mich verführen lassen.“ Diesen Satz spricht der Prophet Jeremia in seiner Not, die er mit Gott hat. Er hat sich ganz dem Willen Gottes ergeben.
Im heutigen Evangelium sagt Jesus: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ Diese Worte Jesu sind eindeutig und radikal. Wer Jesus nachfolgen will, muß bis zum äußersten bereit sein. Was aber macht den Menschen dazu fähig? Es ist nichts anderes als das, was Jesus selbst dazu bereit gemacht hat, für uns Menschen zu sterben: die Liebe.
Gott will uns verführen. Er will uns das ewige Leben „schmackhaft“ machen. Die Nachfolge Christi ist keine fade Angelegenheit, sie ist eine Herausforderung, ein Liebesspiel der ganz besonderen Art für Menschen, die das Leben suchen. Der Mensch soll erkennen, dass er bei Gott mehr findet, als die Welt ihm zu bieten hat. Der Weg mit Gott dauert ein ganzes Leben lang. Es ist ein Weg mit Höhen und Tiefen, wie sie jede Liebesbeziehung mit sich bringt. Am Anfang steht ein Ja zu Gott. Ja, Gott, ich will lernen zu leben, ich will lernen zu lieben. Gott verführe mich und führe mich auf diesem Weg.