Wenn du willst, kannst du mich rein machen - Mk 1,40-45 (1)

aussatziger1.jpgEin Aussätziger stand außerhalb der Gesellschaft und galt als von Gott geschlagen. Geschlossene Städte durfte er nicht betreten, näherte sich ihm ein gesunder Mensch, musste er diesen durch lautes Rufen von „Unrein! Unrein!“ warnen, denn wer einen Aussätzigen berührte, wurde selbst unrein.

Ein solcher Aussätziger kommt zu Jesus und bittet um Heilung. Jesus führt die Heilung nicht aus sicherer Distanz durch, sondern er berührt den Aussätzigen. Dadurch nimmt Jesus selbst das Schicksal des Aussätzigen auf sich. Das Erbarmen Gottes ist so groß, dass er nicht nur aus der Ferne dem Menschen das Heil zuruft. Gott begibt sich mitten in die Situation des Menschen hinein. Berührung als körperliche Nähe bedeutet immer ein Mehr an Zuwendung. Dies lässt Jesus den Aussätzigen spüren, der sich voll Vertrauen an ihn gewandt hat.

Christ sein bedeutet, über alle Barrieren menschlicher Konventionen und Vorurteile und des inneren Ekels hinweg auf Menschen zuzugehen, besonders auch auf jene, die aus welchem Grund auch immer, am Rande oder schon außerhalb der Gesellschaft stehen. Für viele große Heilige stand diese Überwindung innerer und äußerer Grenzen am Beginn ihres Weges zur Heiligkeit in der Nachfolge Jesu. Der Heilige Martin teilt mit dem verachteten Bettler am Stadttor seinen Mantel, Franziskus überwindet seinen inneren Ekel und küsst den Leprakranken. Sie sind dadurch frei geworden, indem sie ihre inneren Grenzen gesprengt haben, sie haben anderen Hoffnung und Zuversicht gegeben und sie sind in dem ausgestoßenen Menschen Jesus Christus selbst begegnet.

Vielleicht haben wir es selbst schon erlebt, dass wir in Situationen waren, wo wir auf einen solchen ausgegrenzten Menschen hätten zugehen können, aber doch unsere inneren Grenzen und Hemmungen nicht überwinden konnten. Neben unserem Gebet für Menschen in Not und Leid wollen wir daher auch für uns selbst beten, dass es uns gelingt, auf andere zuzugehen, wie Jesus es getan hat. 

Eine Reaktion zu “Wenn du willst, kannst du mich rein machen - Mk 1,40-45 (1)”

  1. Urgermawamn

    Thank you!

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