Heiliger Apostel Matthias
Die Apostelgeschichte berichtet uns darüber, dass Matthias nach der Auferstehung Jesu als Apostel nachgewählt wurde. Die Zwölfzahl sollte nach dem Selbstmord des Judas Iskariot wieder vervollständigt werden. „Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und in den Himmel aufgenommen wurde, einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein.“ (Apg 1,21f)
Das Los entscheidet, dass Matthias, der zusammen mit Josef Barsabbas zur Auswahl stand, das Apostelamt erhält. Der Text gibt uns auch Aufschluss darüber, dass Matthias von Anfang an zu den Jüngern Jesu gehörte, auch wenn er nicht in den Evangelien erwähnt wird. Dies zeigt uns, dass von Anfang ein eine große Zahl von Menschen mit Jesus gezogen ist, die zusammen mit dem Zwölferkreis ständig bei Jesus blieben.
Nach dem Pfingstfest ist Matthias wie die übrigen Apostel ausgezogen, um von Jesus Christus Zeugnis zu geben. Allerdings fehlen genaue Angaben über sein Wirken. Er soll in Galiläa, Makedonien, Kappadokien, in der Gegend um das Kaspische Meer und in Äthiopen gepredigt haben. Über den Tod des Heiligen gibt es verschiedene Überlieferungen. Wahrscheinlich wurde er zuerst gesteinigt und danach mit einem Beil erschlagen.
Im 4. Jahrhundert hat die Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins des Großen, die Gebeine des Heiligen Matthias nach Trier überführt. Trier gehörte damals zu den bedeutendsten Städten des Römischen Reiches und wurde unter Konstantin zur größten römischen Stadt nördlich der Alpen ausgebaut. Daher lag es nahe, der Stadt durch die Gebeine des Apostels zusätzlich eine besondere Bedeutung zu geben. Als einziges Apostelgrab in Deutschland ist Trier vom Mittelalter an bis heute Ziel zahlreicher Wallfahrten. Über den Gebeinen des Apostels erhebt sich die mächtige Benediktinerabtei, die sich seit 1127 nach dem Apostel benennt.