1. Fastensontag - Fasten, ein Weg zur größeren Freiheit
Im Evangelium (Mk 1,12-15) hören wir heute, wie Jesus vierzig Tage in der Wüste bei den wilden Tieren lebte und dort vom Satan in Versuchung geführt wurde. Doch er war nicht allein, denn die Engel dienten ihm.
Es ist eine harte Prüfung, Tage der Einsamkeit und des Verzichtes zu überstehen. Dabei nicht zu verzweifeln ist nur möglich, wenn der Mensch erkennt, dass er auch in der größten Einsamkeit nicht allein ist. Gott ist immer da. Die Zwiesprache mit Gott ist auch in der Einsamkeit möglich, vielleicht mehr als sonstwo. Gott ist da und sorgt sich überall um mich.
Viele Heilige sind zuerst in die Einsamkeit gegangen, bevor sie unter den Menschen wirkten. Die Einsamkeit mit Gott durchlebt macht frei. Sie macht frei von all den Bindungen und Anhänglichkeiten in denen wir sonst stehen. Die Erfahrung der Einsamkeit kann helfen, ganz neu auf andere zuzugehen, in einer neuen Freiheit dem anderen zu begegnen.
Verzicht kann frei machen. Wir stehen am Beginn der Fastenzeit, die uns helfen kann, zu mehr Freiheit zu gelangen. Sie kann uns helfen, zu unterscheiden zwischen den Stimmen, die nach Prestige, Erfolg, menschlichem Ansehen, Annehmlichkeiten, Macht und Einfluss rufen und der Stimme Gottes, der uns zur Freiheit ruft. Durch äußeren Verzicht auf Dinge, die uns fast unmerklich gefesselt halten, können wir in unserem Inneren frei werden für eine neue Begegnung mit Gott und unseren Mitmenschen.
Am 1. März 2009 um 09:54 Uhr
Am Beginn der österlichen Bußzeit begleitet uns das Markusevangelium.
Vertreibung in die Wüste
Versuchung durch den Satan.
Vernichtung des Propheten.
Verkündigung der Nähe des Reich Gottes.
Wahrscheinlich muss man eine Krise durchwandert haben um das was einem wirklich wichtig ist so klar zu erkennen und sagen zu können. Auch Jesus ist in die Wüste geschickt worden, vom Geist hingetrieben und er hat dort allerlei Krisenhaftes erlebt und durch lebt.
Es geht um das Evangelium und um das Reich Gottes, um die Botschaft und um den Traum Gottes von einer anderen Welt für alle Menschen.
Das griechische Wort Metanoia meint Umdenken, Umwenden.
Ein Sich-wenden und Sich-ausweiten, um Neues erkennen und neu leben zu können.
So versuche ich diese Woche jede Krise die auf mich zu kommt anzunehmen und Gott zu vertrauen, damit ich erkennen kann was wirklich wichtig ist.
Viele Ereignisse in der letzten Zeit haben Menschen veranlasst aus der Kirche auszutreten. Diesmal war es nicht die Kirchensteuer, sondern die Ablehnung eines in ihren Augen völlig unglaubwürdigen Systems der Grund ihres Handelns. In den Seelen ist viel zerstört. Darum ist die Fastenzeit 2009 mehr als in den Jahren zuvor mit der Frage verbunden wofür lebe ich eigentlich?
Jeder sollte versuchen tief in sich und im Glauben zu Gott sich die ehrliche Antwort zu geben ohne äußere Einwirkung.
Ich wünsche allen, dass sie erkennen das Gott es ist der uns das Leben geschenkt hat und bereit sind sich in Gott wieder zu finden.
Ein schönes Wochenende wünscht euch allen Anita.