Katharina von Siena (2)
Blickt man auf das Leben der Heiligen Katharina, so sieht man, wie sie Christus immer ähnlicher wurde. Ein entscheidendes Erlebnis ist sicher ihre Vermählung mit Christus. Was wir im Gebet erflehen: „Heiligstes Herz Jesu, bilde unser Herz nach deinem Herzen!“ das durfte Katharina erfahren. Nicht mehr ihr Herz schlug fortan in ihr, sondern das Herz des Herrn, so wie sie nicht mehr nach ihrem Willen, sondern ganz nach dem Willen Jesu lebte.
Katharina hat ihren Weg mit Jesus Christus gefunden und ist ihn in Treue gegangen, von Kindheit an bis zu ihrem Tod. Ihre Worte wollen auch uns Hilfe sein auf unserem Weg:
„Bevor man etwas tut, besieht und bestimmt man es vor Gott; nicht nur Wichtiges, sondern selbst das Kleinste. Erst im Ringen nach Erkenntnis und im Bund mit der ewigen Wahrheit liegt das wahre Leben und in nichts anderem. … Wer seinen Willen nicht zur Ruhe bringt in dem Stand, den Gott ihm auferlegte, der ist immer bedrückt und unverträglich mit sich selbst. … Zu wünschen, was man nicht hat, ist eine Bahn, auf welcher das Leiden einherkommt.“
Alles, das Wichtige und auch ganz Kleine in unserem Leben, sollen wir mit Gott tun. Alles sollen wir im Gebet vor ihn hinhalten, ihn nach seinem Rat fragen, ihn um seine Hilfe bitten. So können wir herauszufinden, welches Tun vor Gott recht ist, denn nur das, was Gott von uns will, wird uns selbst auch glücklich machen.
Doch es können wieder Zweifel aufkommen. Habe ich wirklich das Richtige getan? Hätte ich nicht auf einem anderen Weg viel mehr Gutes tun können? Eine solche Unruhe ist belastend und führt zu nichts. Es geht im Leben nicht darum, das zu wünschen, was man nicht hat, sondern mit dem, was man hat, sein Bestes zu geben. In diesem Zusammenhang zeigt sich auch die Bedeutung ihres oft zitierten Satzes: „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.“
Herr, zeige mir den Weg, auf dem ich gehen soll und laß mich erkennen, welche Fähigkeiten Du mir gegeben hast, um auf diesem Weg Deinen Willen zu erfüllen.