Die Anfängen des übernatürlichen Lebens 3
II. Die Erhebung des Menschen in den übernatürlichen Zustand
I. Begriff des Übernatürlichen
In der Theologie unterscheidet man zwei Arten von unbedingt Übernatürlichen: einmal dem Wesen nach und einmal der Weise nach.
Dem Wesen nach ist das Übernatürliche ein Geschenk Gottes an das vernünftige Geschöpf. Und da es ein Geschenk ist, ist es begrentzt. Es kann weder verdient noch gefordert werden. Und es gibt nur zwei Arten des Übernatürlichen dem Wesen nach: Die Menschwerdung und die heiligmachende Gnade. Bei der Menschwerdung vereinigt Gott sich mit der menschlichen Natur Jesu. Dadurch ist die Personalität Jeus eine göttliche, hingegen der Natur nach Mensch - die hypostatische Vereinigung. Im Gegensatz zur Menschwerdung ist die heilig machende Gnade eine Stufe niedriger. Durch sie behält der Mensch seine eigene Persönlichkeit, die aber vergöttlicht wird. Und nur in diesem Zustand wird der Mensch fähig, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen.
Der Weise nach ist in sich etwas, das an und für sich nicht die Fähigkeiten oder Forderungen der Geschöpfe übersteigt, sondern nur einem Einzelnen zukommt, wie die eingegossene Wissenschaft (der Hl. Thomas von Aquin).
Gott verlieh Adam und Eva die Gabe der Intigrität oder Unversehrtheit. Sie vervollständigte ihre Natur und bereitete sie auf den Empfang der Gnade vor. Gleichzeitig schenkteGott ihnen dioe Gnade selbst. Die Verbindung dieser zwei Gaben bewirkt, was man die ursprüngliche Gerechtigkeit nennt.
Am 20. Juni 2009 um 11:04 Uhr
Dem Wesen nach hat Gott jedem Menschen das übernatürliche in die Wiege gelegt. Bei manchen ist diese Seite beim Menschwerden vertrocknet wie die Rebe am Weinstock, weil sie vielleicht für das übernatürliche nicht offen waren.
Dazu gehört auch das Wissen und die Erkenntnis nichts für sich zu behalten, sondern sich mitzuteilen. Jeder Mensch ist in irgend einer Weise auf der Suche nach einem höheren Sinn, nach Antworten auf seine Fragen.
Eine Legende erzählt, dass die Gnade Gottes wie ein beständiger Regen auf die Welt niederströmt. Die meisten Menschen aber haben keinen Anteil an dieser Gnade, da ihr Bewusstsein noch nach unten geöffnet ist, zur Materie hin. So ist es die erste Aufgabe des Menschen, sein Bewusstsein nach den oberen Bereichen zu öffnen, damit er der Gnade Gottes teilhaftig werden kann. Die zweite Aufgabe ist es, das Bewusstsein ständig zu erweitern, damit jeder immer mehr Gnade empfangen kann. Denn was nutzt der ständige Regen eines Ozeans voll Gnade, wenn unser Bewusstsein nicht größer als ein Fingerhut ist?
Gott beruft nicht
fähige Leute,
er befähigt die,
die er berufen hat.