Selbstverständlich

seiltanzer1.bmpDie Polizei hatte den Seiltänzer Philippe Petit festgenommen, weil er über ein Seil geschritten war, das er und seine Freunde zwischen den beiden Türmen des World Trade Center in New York gespannt hatten. Im City Hospital wurde er dem Psychater vorgeführt.

Als man ihn völlig normal und guter Dinge befand, stellte man ihm die Frage: “Aber warum drängt es sie nur, auf einem Drahtseil zwischen den höchsten Wolkenkratzern der Stadt zu tanzen und ihr Leben zu riskieren?”

Philippe Petit stutze zuerst ein wenig bei der Frage und sagte dann: “Hm, wenn ich drei Orangen sehe, muss ich einfach jonglieren, und wenn ich zwei Wolkenkratzer sehe, muss ich auf dem Seil vom einen zum anderen laufen.”

Mit der Antwort ist alles gesagt. Was am selbstverständlichsten, am nächstliegenden ist, braucht keine weitere Erklärung. Wer fragt ein Kind, warum es Ball spielt; wer fragt einen Seiltänzer, warum er auf einem Seil tanzt - und wer fragt einen Liebenden, warum er liebt?

Gehört auch unser Leben mit Gott zu einer solchen Selbstverständlichkeit?

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