Maria

maria15.jpgBarmherzigste Gottesmutter Maria, nimm deinen Diener an, der sich in jeder Bedrängnis zu dir flüchtet. Nimm mich als jemanden an, gütigste Jungfrau, der allein keinen Tröster hat. O meine Herrin, sieh an meine Betrübnis und öffne mir den Schoß deiner Barmherzigkeit. Siehe, ich klopfe an und rufe, ich bitte und flehe. Ich entferne mich nicht und lasse dich nicht los, sondern ich werde immer in deiner Nähe bleiben, bis du dich meiner erbarmst. Ich weiß um deine unvergleichbare Liebenswürdigkeit, ich kenne die Zärtlichkeit deines mütterlichen Herzens, das aus dem Reichtum der göttlichen Liebe entspringt, so dass es völlig unverständlich wäre, an deinem Trost zu zweifeln.

Geliebteste Maria, komm mit deiner süß duftenden Gegenwart und besuche mein Herz in seiner Bedrängnis, weil du am besten verstehst, seine Schmerzen zu lindern und den früheren Frieden wiederherzustellen. Komm, gütigste Herrin, mit einer neuen Gnade Christi und richte mit deiner heiligen Rechten deinen am Boden liegenden Knecht auf.

Umarme jetzt, meine Seele, diese Empfehlung, umarme die liebste Maria, umarme die Gottesmutter mit ihrem kleinen Sohn Jesus, dem Schönsten unter den Menschenkindern, der stets Dank verdient. Maria selber ist nämlich gewohnt, die Bitten der Armen anzuhören, und sie entläßt nicht ungetröstet, deren beharrliches Rufen zu ihr sie wahrnimmt. Sie ist jene jungfräuliche Gottesträgerin und jener geheimnisvoller Zweig, der aus königlichem Geschlecht abstammt und den Samen der göttlichen Blume hervorbrachte, Jesus Christus, den König und Erlöser aller. Ihm sei die Ehre und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen. 

Thomas von Kempen

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