Entscheidung (Joh 6,60-69)

brotdeslebens1.jpgHeute hören wir den letzten Abschnitt der langen Rede Jesu über das Himmelsbrot, die schon an den letzten vier Sonntagen Thema des Evangeliums gewesen ist. Ganz deutlich hat Jesus den Menschen darin gesagt:

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben.“

Er hat die Menschen dazu aufgefordert, an ihn, den Sohn Gottes, zu glauben. Die Menschen sollen sich nicht mühen um die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt.

Die Worte Jesu sind nach menschlichen Maßstäben unbegreiflich. Viele Jünger zogen nun nicht mehr mit Jesus umher und sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Auch heute kennen wir diese Ablehnung der Worte Jesu. Der Mensch kann doch auch ohne Gott gut sein. Ist es nicht wichtiger, sich um das irdische Wohl der Menschen zu kümmern, darum, dass alle satt werden, als die Menschen mit frommen Worten vom ewigen Leben abzuspeisen? Ist Jesus nicht genau ein Mensch wie wir? Wenn er von sich sagt, er sei der Sohn Gottes, so ist das doch die reinste Anmaßung.

Jesus erkennt ihr Murren und sagt zu ihnen:

„Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts.“

Freilich dürfen wir die Sorge um das Irdische nicht aufgeben – das hat auch Jesus nicht getan. Er hat Menschen körperlich geheilt und ihnen zu essen gegeben. Wir dürfen darüber aber das Entscheidende nicht vergessen. Damit ein Mensch Leben kann, braucht er mehr als nur irdische Güter. Wir können den Menschen ein noch so umfangreiches Angebot an Nahrung und Gesundheitsvorsorge bieten, irgendwann wird es ihm nicht genug sein zum Leben. Der Mensch braucht auch Nahrung für seinen Geist, braucht eine Wegweisung, die ihn hinführt zum wahren Sinn des Lebens.

Es ist die Frage, die heute aktueller ist denn je: Braucht der Mensch Gott? Es ist nicht leicht, darauf eine Antwort zu geben und allzu einfache Antworten taugen heute nicht mehr. Als viele Jünger Jesus verlassen haben, fragt er die Zwölf: „Wollt auch ihr weggehen?“ Da antwortet Petrus stellvertretend für alle: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“

Das ist die Antwort auf die Frage, ob der Mensch Gott braucht. Wo sonst soll das tiefste Sehnen des Menschen seine Erfüllung finden? Wo sonst findet der Mensch das wahre Leben, das nicht vergänglich ist wie dieses irdische – in dem es sich der Mensch noch so schön einrichten kann und sich noch so absichern kann, das er aber auf jeden Fall irgendwann aufgeben muß, ohne dass er gefragt wird, ob er das möchte.

Das irdische Leben vergeht mit absoluter Sicherheit, ob wir aber in das ewige Leben eingehen möchten, danach werden wir gefragt. Gott wartet auf unser Ja um uns hinein zu führen.

Eine Reaktion zu “Entscheidung (Joh 6,60-69)”

  1. Anita

    Bei vielen Dingen in der heutigen Zeit
    stellt man sich die Frage brauche ich es?
    Wozu brauche ich es? Es ist nicht viel
    anders mit Gott und dem Glauben.
    Wieviele stellen sich ehrlich die Frage:
    Was bringt mir der Glaube? Wozu brauche
    ich Gott? Gerade dort, wenn ich verzweifelt bin und
    nicht spüren kann, dass es Gott wirklich gibt. Gerade dort
    wo ich glaube alleine zu sein verlassen von Gott.
    Es ist in der heutigen Zeit doch so, dass sich fast
    jeder alles kaufen kann PC, TV, COMPUTER usw.
    Durch die Arbeit kann man sich die vielen materiellen Dinge leisten
    und doch fühlt man sich oft leer, wenn man ehrlich
    zu sich selbst ist. Es fehlt etwas das ich mir mit Geld nicht kaufen kann.
    Da stellt sich die Frage habe ich genug Willenskraft und Mut
    über Gott und den Glauben nachzudenken?
    Gott kann Erholung und Frieden schenken so, dass ich keine Angst
    haben muß. Er kann uns Zuversicht für die Zukunft
    schenken und vieles mehr. Gott möchte es auch. Ich muß
    nur an Sein Versprechen glauben das er uns gegeben hat.
    Es gehört Mut dazu.

    Der Glaube weiß niemals, wohin er geführt wird,
    aber er kennt und liebt der Einen der führt.

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