Christkönig
Am letzten Sonntag im Kirchenjahr feiern wir das Christkönigsfest. Christus ein König – wie sollen wir das verstehen? War nicht sein Leben alles andere als königlich und sagt er nicht selbst über sich, dass der Menschensohn nicht gekommen ist, um zu herrschen, sondern um zu dienen? Das heutige Evangelium zeigt uns Jesus vor Pilatus, zeigt einen Angeklagten vor dem Repräsentanten des Römischen Kaisers, einen scheinbar machtlosen vor dem Vertreter der höchsten politischen Macht. Jesus Christus – ein König?
Als Jesus in Jerusalem einzog, riefen die Menschen: „Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel.“ Das Volk sieht in Jesus den verheissenen Messias-König gemäß den Worten der Propheten: „Fürchte dich nicht, Tochter Zion. Siehe, dein König kommt, er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin.“
Die offiziellen Vertreter der jüdischen Religion, die nicht an das Messias-Königtum Jesu Christi glaubten, klagten ihn beim römischen Statthalter als Aufrührer an. Wer sich König nennen lässt, der stellt den Machtanspruch des Kaisers in Frage. Doch beim Verhör stellt sich für Pilatus heraus, dass Jesus keineswegs plant, durch einen Aufruhr politische Macht an sich zu reißen. Und doch weist Jesus den Königstitel nicht von sich. „Du sagst es – ich bin ein König. – Aber mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“
Was ist das für ein Königtum, von dem Jesus spricht? Wir kennen mehrere sogenannter „Ich-bin-Worte“ Jesu im Johannesevangelium (z.B. ich bin das Licht der Welt, ich bin das Brot des Lebens). Hier sagt Jesus aber nicht: Ich bin der König, sondern nur: „Du sagst es – ich bin ein König.“ Die Königsherrschaft Christi ist nicht auf irdischer Ebene zu sehen. Das Zeugnis Jesu gilt der Wahrheit. „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“
Jesus sammelt seine Gefolgsleute nicht mit Gewalt. Sein Wort setzt sich durch, weil die Menschen erkennen, dass es die Wahrheit ist, die allein alle ihre Fragen befriedigend beantwortet, dass es allein die Wahrheit ist, die frei macht und ein erfülltes Leben ermöglicht, dass es allein die Wahrheit ist, die nach diesem Leben hinüberführt in die ewige Glückseligkeit. Allein wenn wir in dieser Wahrheit stehen sind wir treue Gefolgsleute Jesus Christi unseres Herrn und Königs.