Erster Advent (Lk 21,25-28.34-36)
Am Anfang steht das Ende. So scheint es, wenn man das heutige Evangelium betrachtet. Heute am Ersten Advent, am ersten Tag des neuen Kirchenjahres, präsentiert die Kirche uns als Evangelium einen Abschnitt aus der Endzeitrede Jesu. Sollten wir ein neues Jahr nicht mit einem schöneren Text beginnen?
Dieser Text führt uns aber auch an die Frage heran, was uns Advent bedeutet. Zuerst ist Advent freilich die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Vorbereitung aber nicht in dem Sinn, dass wir alles erledigen, was für die Gestaltung des Weihnachtsfestes nötig ist und uns in den Städten von bunten Lichtern und lieblichen Melodien überschütten lassen.
Für das Weihnachtsfest müssen wir vor allem unser Herz bereiten. Der Advent will uns wieder neu die Frage vor Augen führen, wie es um unser Leben steht. Welche Bedeutung hat in meinem Leben das Kind, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern?
Wenn wir diese Adventszeit nutzen, um unser Leben neu auf Jesus Christus hin auszurichten, dann kann uns das Kind in der Krippe am kommenden Weihnachtsfest mit einer größeren Freude beschenken, als teure Geschenke und kitschiger Zierat es vermögen.
Wenn wir diese Adventszeit nutzen, um unser Leben neu auf Jesus Christus hin auszurichten, dann wird uns der Gedanke an sein Wiederkommen am Ende der Tage nicht in Angst und Schrecken versetzen. Wenn wir unser Herz bereiten, dann können wir uns aufrichten und erhobenen Hauptes das Kommen unseres Erlösers erwarten, der unser Leben zur Vollendung führen wird.
Wenn wir uns fragen, wie das geschehen kann, sich neu auf Jesus Christus hin auszurichten, so gibt uns das heutige Evangelium eine Antwort. Das Wichtigste ist das Gebet. Nehmen wir uns an den langen Abenden des Advent etwas Zeit dafür. Wir können dazu eine Kerze anzünden und dann in Ruhe einen Abschnitt aus der Bibel lesen, ein Gebet aus einem Gebetbuch beten, oder einfach mit eigenen Worten oder in Stille Jesus Christus begegnen. Solche kleinen Schritte können unser Leben verändern, jetzt im Advent und zu jeder anderen Zeit.
Am 29. November 2009 um 10:21 Uhr
Gestern die Frage nach “dem Glück” -
heute die Antwort im letzten Absatz des Textes:
“… in der Stille Jesus Christus begegnen. …”
Stille zu finden ist Glück, denn da kann ich IHM begegnen
und ich werde mich finden.
Glück ist etwas einfaches, ohne Schnörkel und aufwändige
Verzierungen und Worte. Glück ist eine Verbindung von
Herz zu Herz.
Am 30. November 2009 um 11:36 Uhr
Adventszeit ist Erwartungszeit, nicht Vertröstungszeit.
Sie will zum Aufbruch bewegen, zu mehr Menschlichkeit.
Gottes Ankunft ereignet sich in jedem Menschen, der mehr
er selbst wird der seine Aufgabe in dieser Welt deutlicher
entdeckt und lebt. Da kommt Gott ihm und uns entgegen
als innere Lebenskraft, die immer schon da ist.
Für mich ist ein adventlich-spiritueller Mensch der
täglich wahrnimmt, was er erlebt, was ihn beängstigt,
was ihn ermutigt, was ihn verunsichert, was seine Hoffnung nährt.
Adventliche Menschen stiften einander an, den Alltagserfahrungen
zu trauen, ohne sie zu bewerten oder zu beurteilen.
Möge das Licht des Advents
unsere Herzen erhellen,
damit wir unserem Leben
eine segenreiche Richtung geben
und die Zukunft uns
mit heilvollen Schritten
entgegeneilt.
Am 20. April 2010 um 02:37 Uhr
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