Heilig Abend

wh0902.jpgSie gehören zu jeder Weihnachtskrippe, in unterschiedlich großer Zahl, mit Schafen und Hunden, stehen sie um den Stall und bestaunen, was dort geschehen ist: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren! Über ihnen der Chor der Engel, der diese frohe Botschaft bringt und unablässig Gott zu Ehren singt: Gloria! Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade! Sie eilen hin, den Gott und Retter anzubeten, der als Kind geboren ist.

Hört, es singt und klingt mit Schalle:

Fürcht euch nicht, ihr Hirten alle.

Macht euch auf, geht hin zum Stalle:

Gott ward Mensch, des freut euch sehr.

Die Hirten gehören zur Weihnachtsgeschichte wie das Salz in die Suppe. Nach dem Lukasevangelium waren sie die ersten Menschen, die von der Geburt des Retters Jesus Christus erfahren haben und ihn gesehen haben.

Hirten sind uns heutzutage wenig vertraut. Das Volk Israel aber war von seinem Ursprung her ein Hirten- und Nomadenvolk und noch zur Zeit Jesu bildeten die großen Herden einen wichtigen Bestandteil der Lebensgrundlage des Volkes. Auch der König Israels schlechthin, König David, war Hirte. Als Gott den Propheten Samuel beauftragte, einen neuen König über Israel zu salben, musste der junge David erst von den Herden nach Hause geholt werden.

Hirte sein ist auch eine wahrhaft göttliche Aufgabe. Im Alten Testament wird Gott oft als Hirte Israels bezeichnet und Jesus selbst nennt sich den guten Hirten. So wird die Fürsorge Gottes für sein Volk sichtbar. Die Hirtensorge Jesu geht bis zum Tod: Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe. Diesen Hirten ruft der Psalmist an (Ps 80,2f):

Du Hirte Israels, höre, der du Josef weidest wie eine Herde!

Biete deine gewaltige Macht auf, und komm uns zu Hilfe!

Gott hat seine Macht aufgeboten und ist gekommen, um uns zu helfen. Seine Macht ist oft unscheinbar, aber doch ist sie mächtiger als alles auf der Welt. Fortan kämpfen die scheinbar Mächtigen gegen dieses Kind und können es doch nicht bezwingen. Schon Herodes trachtet ihm nach dem Leben. Nur die Kleinen erkennen in dem Kind den machtvollen Retter. Die Hirten sind die ersten von denen, die Gott gesehen haben, der sich ganz klein gemacht hat, uns Menschen gleich, um uns nicht in seiner Macht, sondern in seiner Schwäche zu sich zu rufen. Sie haben gesehen und geglaubt.

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