Aschermittwoch
In der Lesung am Aschermittwoch (Joel 2,12-18) hören wir, wie der Prophet Joel das Volk zu einem Fasten aufruft:
Kehrt zu mir um von ganzem Herzen, mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreisst eure Herzen, nicht eure Kleider!
Das Zerreissen der Kleider ist im jüdischen Kulturraum Zeichen für Trauer und Schmerz, es drückt die Trauer um des Verlust eines lieben Menschen aus, aber auch das Entsetzen über eine unheilvolle Situation.
Wenn die Propheten das Volk zu Fasten und Trauer aufrufen, so ist meist das Volk durch eigenes Verschulden in eine Unheilssituation geraten. Es hat die Gebote Gottes, ja Gott selbst, vergessen, und ist so in die Abhängigkeit fremder Götter und fremder Reiche geraten.
Gott will sein Volk aus falschen Abhängigkeiten befreien, dazu ist es aber notwendig, dass das Volk von sich aus den Schritt zur Umkehr hin zu Gott tut. Das Volk muss bereit sein, Buße zu tun. Die Menschen zerreissen ihre Kleider, streuen sich Asche aufs Haupt und Fasten und tun so ihre Bereitschaft zur Umkehr kund.
Der Prophet Joel warnt aber davor, dass die Umkehr bei den äußeren Zeichen stehen bleibt. Sie muss tiefer gehen, muss das Herz erreichen. Die äußeren Zeichen taugen nur dann etwas, wenn sie wirklich Ausdruck geben von einer inneren Gesinnung. Es ist unser Herz, das wir für Gott öffnen sollen. Wir müssen uns die Frage stellen: wie sieht es in unserem Herzen aus? Woran hängen wir „von ganzem Herzen?“ Wie können wir von ganzem Herzen umkehren zu Gott?
Getreuer Gott,
im Vertrauen auf dich beginnen wir
die vierzig Tage der Umkehr und Buße.
Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht,
damit wir dem Bösen absagen
und mit Entschiedenheit das Gute tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Am 17. Februar 2010 um 06:50 Uhr
Die Fastenzeit soll die Christen wieder zu sich selbst führen. Wenn Christen diese Zeit richtig nutzen, besser gesagt, vielleicht richtig leben, und sich auf das Angebot dieser Wochen einlassen, dann kann sich in ihrem Leben manches verändern.
Die Zeit vor Ostern will helfen den oft getrübten Blick wieder klarer werden zu lassen und vielleicht in einen ungesunden Halbschlaf verfallenes Bewußtsein wieder zu wecken und zu schärfen.
Heute sind nur noch Aschermittwoch und Karfreitag sogenannte strenge Fasttage, an denen die Katholiken sich nur einmal am Tag sattessen und auf Fleisch verzichten sollen.
In christlichen Gegenden wird als Symbol der Buße und Reinigung am Aschermittwoch das Aschenkreuz vom Priester auf die Stirn der Gläubigen gezeichnet oder auf den Kopf gestreut. Die Asche für das Aschenkreuz wird aus den verbrannten Palmen- oder Buchsbaumzweigen gewonnen, die am vorjährigen Palmsonntag gesegnet wurden.