Hoffnung (Lk 13,1-9)
Katastrophen und Unglücksfälle geschehen immer wieder. Das schreckliche Erdbeben von Haiti ist uns noch in lebhafter Erinnerung. Immer wieder kommt dann auch die Frage auf: Wo ist Gott? Wie kann Gott das zulassen?
Im heutigen Evangelium geht es um eine ähnliche Thematik. Da sind fromme Juden während der Opferhandlungen brutal ermordet worden. Beim Einsturz eines Turmes kamen viele Menschen ums Leben.
Was hat das zu bedeuten? Jesus hört aus den Worten der Jünger die Frage heraus, ob denn diese Menschen auf Grund ihrer persönlichen Schuld Opfer dieser Unglücke geworden sind. Mit Recht entsetzen wir uns über eine solche Denkweise, die wir leider auch heute noch antreffen können. Jesus verbietet sich ein solches Urteil. Er macht aber auch nicht den Versuch, diese Katastrophen irgendwie zu erklären. Letztlich ist die Frage nach dem Warum für uns hier nicht zu beantworten.
„Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“ Diese Worte Jesu scheinen uns hart und pastoral nicht feinfühlig zu sein, scheinen keinen Trost zu geben, angesichts der schrecklichen Ereignisse, von denen die Rede war. Wir verstehen Jesu Worte, wenn wir den Schluss des heutigen Evangeliums betrachten. Jesus gibt uns das Beispiel vom Gärtner, der sich liebevoll um den fruchtlosen Baum kümmert, über Jahre hinweg, in der Hoffnung, dass er doch noch Früchte trägt.
Das ist die frohe Botschaft. Gott will nicht dreinschlagen, um die Sünder zu vernichten. Er will uns vielmehr liebevoll auf den rechten Weg frühren. Er lockt uns mit seiner Liebe, jeden Tag, und gibt uns alles, was wir brauchen, um so zu leben, wie es ihm gefällt.