Mit gehen
Im Rückblick ist es uns leichter ums Herz. Endlich geschafft, denken wir, wenn wir durch eine Krankheit gegangen sind, eine Durststrecke überwunden haben, mit großer Anstrengung auf etwas hingearbeitet haben … Hinterher sind wir erleichtert. Aber wenn wir auf dem Weg mittendurch sind, noch kein Ende absehen können, noch nicht sagen können, ob es gut ausgehen wird, dann sind solche Situationen belastend und zehren an unseren Kräften.
Auch Jesus mußte mitten hindurch. Von Ostern her gesehen, fällt ein verklärtes Licht auf Jesu Leiden, auf seine Wunden und die Dornenkrone. Doch als ihm diese Wunden geschlagen wurden, als er die Dornenkrone trug und das schwere Kreuz, da war es eine Last, die kaum zu tragen war, unmenschlich grausam.
Die Angst Jesu in Gethsemani war echt. Gott kennt unsere Ängste, nicht nur vom Anschauen, sondern er hat sie selbst durchlitten. All unsere Ängste sind in Gott geborgen und wir dürfen uns mit ihnen bei Gott bergen. Er geht mit uns durch die Nacht der Angst, in der wir noch kein Ende und kein Licht erkennen können.
Keiner weiß, wie lange ein Weg durch die Finsternis geht, wie oft wir auf ihm fallen, wie oft wir verzweifeln, doch wir werden immer eine Hand finden, die uns aufhilft und weiterführt, bis wir wieder zum Licht gelangen.