Wer mein Jünger sein will … - Lk 9,18-24
Lukas stellt Jesu Ruf in die Nachfolge eine Frage voran: Für wen halten mich die Leute? - Wer ist Jesus Christus? Wer ist Jesus Christus für mich? Wenn wir uns als Christen bezeichnen und als solche leben wollen, müssen wir für uns eine Antwort auf diese Frage finden. Nur dann können wir sein, was wir heißen, Christen – Menschen, die Jesus Christus folgen.
Zu seiner Zeit steht Jesus Christus für etwas ganz Neues. Jesus war zwar tief im Judentum verwurzelt, aber seine Worte und Taten sprengten den engen Rahmen der jüdischen Religion. Der Weg Jesu ist radikal. Der Wahrheit treu bleiben bis ins Äußerste, die Liebe leben ohne Rücksicht auf von Menschen errichtete Schranken und Konventionen.
Der Mensch, der Jesus folgen will, muss in diese Radikalität der Nachfolge eintreten. Nachfolge Jesu bedeutet auch, vor Leiden und Schmerzen nicht zurück zu schrecken, wenn sie unvermeidbar sind um der Liebe und der Wahrheit willen. An erster Stelle aber steht die Freude, welche die Frucht der ewigen Liebe ist. Und diese Freude sollen wir den Menschen bringen.
Um von Jesus Christus Zeugnis abzulegen, müssen wir ihn immer tiefer kennenlernen. Wir müssen in unserem Leben nach einer persönlichen Begegnung mit Jesus Christus suchen. Diese finden wir im Gottesdienst, im Gebet, im Lesen der Heiligen Schrift und in ganz besonderer Weise auch in der Begegnung mit anderen Menschen.
Beten wir um die Kraft, in unserer Schwachheit Jesus nachzufolgen und ihm unser ganzes Herz zu schenken.
Am 20. Juni 2010 um 15:13 Uhr
Es gibt Menschen, die setzen sich für Jesus total ein. Sie sind sogar bereit für ihn in den Tod zu gehen. Es gibt aber auch Menschen, die Jesus und sein Wort bis zum Äußersten bekämpfen. Christenverfolgungen sind uns nicht unbekannt. Es gibt aber auch Menschen, die an Jesus gleichgültig vorübergehen. Und immer wieder höre ich auch die Meinung, dass Jesus gar nicht gelebt hätte.
Die Gestalt Jesu spaltet die Menschen. Für die einen ist er das Herz der Welt, Ursprung, Mitte und Ziel der Schöpfung. Für andere wieder ist Jesus die größte Frage, auf die sie keine Antwort wissen.
(Emmerich Benender)